Gespräch mit dem Projektteam

Von der Qualifizierung bis zur Prozessbegleitung - die Umsetzung guter Arbeit bei den verschiedenen Akteuren

Was ist aus Ihrer Sicht im Projekt besonders gelungen?

DR: Es war ein überaus dynamischer Prozess. Die Beteiligten haben sich damit auseinandergesetzt, was gute Arbeit bedeutet – generell und für ihre Organisation. Die Bedürfnisse und Wünsche der Beschäftigten spielten auch eine große Rolle. Die Fragen, wer sind wir, wo wollen wir hin und wie erreichen wir das mit unserer Belegschaft, waren zentrale Aspekte.
LS: Das Projekt lebt von allen Mitwirkenden, die Erfahrung, Wissen und Ideen eingebracht haben: bis hin zur Leitungsebene, aus den verschiedensten Aufgabenbereichen und Arbeitsfeldern der Sozialwirtschaft.
ID: Unser Team hat die Piloteinrichtungen bei der Themenauswahl der Qualifizierungen miteinbezogen. Wir haben sie dabei motiviert und unterstützt. Für die Umsetzung guter Arbeit sind kleine, machbare Schritte entscheidend.
DR: Alle Piloteinrichtungen haben bis zum Schluss aktiv teilgenommen. Aber auch die assoziierten Träger waren engagiert und sind nach den Qualifizierungen auch ohne externe Prozessbegleitung ihren Weg gegangen.

Wovon haben die Piloteinrichtungen am meisten profitiert?

ID: Sie hatten von Beginn an eine besondere Stellung, da bei ihnen die Umsetzung professionell begleitet und die Ergebnisse im Handbuch veröffentlicht wurden.
LS: Einige waren anfangs skeptisch, wohin die Reise geht. Schnell wurde ihnen aber klar, dass sie die Inhalte der Qualifizierungen in der Prozessbegleitung praxisnah umsetzen konnten. Sie haben ja an realen Herausforderungen und Themen gearbeitet, die sie als Organisation weiterbringen, etwa dem Generationenwechsel oder dem Leitbild.
ID: Die Qualifizierungen und Prozessbegleitungen haben den Piloteinrichtungen einen geschützten Raum zum Nachdenken, Austausch und Handeln geboten. Dort war es möglich, grundsätzliche Fragen zu reflektieren – im Arbeitsalltag denkt man ja nicht ständig über Werte nach. Die Beteiligten haben dort etwas gelernt, wovon die gesamte Organisation profitiert – diese Verknüpfung hat gut funktioniert.

Was waren die größten Herausforderungen bei der Umsetzung?

LS: Das Thema GUTE ARBEIT LEBEN bietet sehr viele Aspekte, auch bei den Einrichtungen war die ganze Bandbreite vertreten: Die Mitarbeiterzahl variiert von 5 bis 250, alle haben eine andere Unternehmenskultur, sind in der Aufbauphase oder alteingesessen.
ID: Die verschiedenen Branchen und Arbeitsfelder gaben unterschiedliche Rahmenbedingungen für die Projektumsetzung vor, etwa zu Finanzierung, gesetzlichen Bestimmungen, Dokumentation, Zielgruppen. Da galt es, auszuwählen: Was können wir anbieten, damit jeder gute Arbeit anschließend in die Praxis umsetzen kann?
DR: Es gibt keine Standardantwort, wie man Fachkräfte findet und bindet. Man muss sich immer die jeweilige Einrichtung und ihre spezifischen Bedürfnisse ansehen. Bei jeder Qualifizierung eine eigene Form zu finden, gleichzeitig aber zu vermitteln, dass alles zusammengehört und viele Faktoren gute Arbeit ausmachen – das war eine echte Herausforderung.

Welche Projektergebnisse haben besonders überrascht?

DR: Wie wichtig ein authentisches Leitbild ist. Viele Einrichtungen haben ihres während des Projekts überarbeitet.
ID: Wie stringent, strukturiert und konzentriert die Gruppen gearbeitet haben. Trotz vollem Terminkalender haben sie den Arbeitsalltag draußen gelassen.
LS: Einige Organisationen sind mit dem, was sie an guter Arbeit anbieten, schon sehr weit. Doch auch sie haben noch blinde Flecken, für die sie nun sensibilisiert sind – der Blick von außen hat ihnen geholfen.
DR: Und der offene, vertrauensvolle Erfahrungsaustausch war laut Aussage der Teilnehmenden noch wertvoller als vermutet.

Was hat Ihnen als Projektteam besonderen Spaß gemacht?

LS: Über das eigene Arbeitsgebiet hinauszublicken, sich mit einem Thema zu beschäftigen, das mir sehr wichtig ist.
DR: Die Vielfalt an Erfahrungen und Kenntnissen in unserem Projektteam, die unterschiedlichen Betrachtungsweisen – das war nicht ohne Diskussionen, aber sehr produktiv.

Wie geht es weiter mit guter Arbeit?

ID: Themen, die für die Beteiligten besonders interessant waren, haben wir ins Fortbildungsprogramm der Paritätischen Akademie aufgenommen, etwa „Gesund führen“.
DR:
Auch der Verband wird reflektieren: Wie können wir unsere Mitgliedsorganisationen noch besser unterstützen? Welche Aspekte wollen wir verstärkt bearbeiten? Wie schaffen wir den Transfer der Ergebnisse in den Verband?
LS: Das Thema wird uns noch lange begleiten, weil es notwendig ist, sich mit guten Arbeitsbedingungen auseinanderzusetzen. Fachkräftemangel, demografischer Wandel, eine immer vielfältigere Belegschaft und Nachwuchskräfte mit neuen Bedürfnissen erfordern Antworten auf allen Ebenen.

(Text: Irina Rasimus Kommunikation, Köln)

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