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Fit im Job

Ein gutes Gesundheitsmanagement und Wertschätzung sorgen beim "Pfiffikus" für zufriedene Beschäftigte

Es geht hoch her im integrativen Bewegungskindergarten „Pfiffikus“: 70 Kinder mit und ohne Behinderung spielen und toben drinnen und draußen herum. Und sie sind laut. „Der Lärm gehört zu unserem Arbeitsalltag. Hinzukommt, dass insbesondere die Kinder unter drei Jahren getragen und gewickelt werden müssen. Sie kuscheln auch gerne, daher sitzen die Erzieherinnen viel auf dem Boden und auf kleineren Stühlen“, erklärt Iris Stachelhaus, Leiterin der Kindertagesstätte. Die Individualität eines jeden Kindes zu berücksichtigen ist ein selbsternannter Anspruch beim „Pfiffikus“. Daraus ergeben sich hohe Anforderungen an die pädagogische Arbeit.

Steigende Belastungen
Zudem haben sich die Bedürfnisse der Kinder und Eltern verändert. „Wir sind eine familienergänzende Unterstützung, agieren als Erziehungsbegleiterinnen und decken mehr Leistungen als früher ab“, so Stachelhaus. Die Auswirkungen des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz), der Zuwachs an Aufgaben und Dokumentation, etwa durch die Sprachstandsfeststellung, haben in den letzten Jahren zu einer Arbeitsverdichtung geführt. „Die körperlichen und seelischen Belastungen, die sich für unsere Fachkräfte daraus ergeben, waren der Auslöser, dass wir uns im Projekt GUTE ARBEIT LEBEN mit Gesundheitsförderung auseinandergesetzt haben“, sagt Dietmar Siegert, Geschäftsführer des Deutschen Kinderschutzbundes Ortsverband Krefeld e.V., der Träger der Einrichtung ist.

Unterschiedliche Bedürfnisse
Gemeinsam mit Iris Stachelhaus entwickelten vier Mitarbeiterinnen Maßnahmen, um die Gesundheit der Beschäftigten zu unterstützen und ihre Arbeitsfähigkeit zu erhalten. Dabei ging es auch darum, die unterschiedlichen Bedürfnisse von jungen und älteren Kolleginnen zu berücksichtigen. Stachelhaus: „Wir wollten alle in diesen Prozess einbeziehen und vermitteln, dass das Ergebnis unser gemeinsam erarbeitetes Gesundheitsmanagement ist.“ Ein Teamtag, der künftig jedes Jahr stattfinden soll, und eine Transferveranstaltung setzten den entsprechenden Rahmen, um sich auszutauschen und die Informationen auch an die Trägereinrichtung weiterzugeben. Siegert: „Denn ein Ziel der Prozessbegleitung war, die Identifikation mit dem Deutschen Kinderschutzbund Krefeld zu erhöhen.“

Abgrenzung erwünscht
Das Team vom „Pfiffikus“ hat bereits viele Maßnahmen umgesetzt: Gesundheitsbewusste Rituale, wie das Einhalten von Pausen oder regelmäßiges Trinken, unterschiedliche Sitzmöglichkeiten, ein Yoga- Kurs, beruhigende Wandfarben sowie die Installation von Lärmschutzplatten in der Turnhalle gehören dazu. „Und nicht alles hat Geld gekostet. Besonders beliebt ist der Einsatz der Moment-Mal-Karte, die signalisiert, dass man nicht gestört werden möchte“, berichtet Stachelhaus. Sind die Beschäftigten zufrieden, wirkt sich das positiv auf die Arbeit, die Kinder, Eltern und die Akquise von neuen Fachkräften aus. Siegert: „Wir haben gelernt, dass es beim Thema Gesundheit nicht nur um ergonomische Stühle oder Sportkurse geht. Aspekte wie gute Führung, Wertschätzung und Teambildung sind genauso wichtig.“

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Integrativer Bewegungskinderkarten "Pfiffikus"

Im „Pfiffikus“ werden momentan 70 Kinder mit und ohne Behinderung in vier Gruppen gemeinsam gefördert. Zielder Einrichtung ist es, dass die Kinder einen respektvollen Umgang miteinander entwickeln. Genauso wichtig ist die Umsetzung der Kinderrechte. Die Arbeit in Projekten, der situationsorientierte Ansatz und das Kinderparlament ermöglichen den Kindern einen Zuwachs an selbstständigem Handeln für die eigenverantwortliche Gestaltung des Alltags. Der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) Ortsverband Krefeld e.V. ist Träger der Einrichtung.

Kontakt:
Integrativer Bewegungskindergarten Pfiffikus
Wilmendyk 75
47803 Krefeld
Tel. (02151) 758660
pfiffikus@kinderschutzbund-krefeld.de

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Dietmar Siegert und Iris Stachelhaus